E-Bike Reise Andalusiens weisse Dörfer vom 06.10. – 13.10.2025
Studienreisebericht von Tara Yakoub, Twerenbold Reisewelt
Tag 1: Zürich – Malaga
Ankunft in Andalusien.
Am Flughafen Málaga wurden wir von unseren Velo-Guides sehr freundlich empfangen. Gemeinsam gingen wir zum Bus von Twerenbold, der uns weiter nach Ronda brachte. Auf dem Weg dorthin konnte ich die wunderschöne andalusische Landschaft entdecken und die ersten weissen Dörfer („pueblos blancos“) bewundern.
Im Laufe des Nachmittags erreichten wir unser Hotel, das Catalonia Ronda, wunderbar gelegen mit Blick auf die Stierkampfarena und die Altstadt. Am Abend traf sich die Gruppe zu einem Willkommensdrink und anschliessendem Abendessen. Die Atmosphäre war sehr entspannt, und die Gruppe wirkte von Anfang an sympathisch und angenehm.
Tag 2 – Veloetappe El Burgo – Campillos
Entlang der Stauseen von El Chorro
Nach dem Frühstück brachte uns der Bus nach El Burgo, wo die Velos entladen und an die Teilnehmenden verteilt wurden. Nach einer kurzen Einführung starteten wir in Gruppen zur ersten längeren Etappe.
Die Strecke führte durch eine reizvolle Landschaft mit sanften Hügeln, Olivenhainen und kleinen andalusischen Dörfern. Besonders eindrucksvoll war der Abschnitt entlang der Stauseen von El Chorro, wo sich das türkisfarbene Wasser kontrastreich von den hellen Felsen abhob. Immer wieder öffneten sich herrliche Ausblicke auf die umliegenden Berge und Täler. Die Strassen waren in gutem Zustand, und der geringe Verkehr sorgte für ein angenehmes und sicheres Fahrgefühl.
Unsere erste Pause legten wir in Ardales ein, wo wir bei einer gemütlichen Kaffeepause neue Energie tankten. Nach weiteren Kilometern erreichten wir das Restaurant El Mirador de Ardales, in dem wir das Mittagessen einnahmen und den Blick über die eindrucksvolle Landschaft geniessen konnten.
Anschliessend setzten wir die Fahrt in Richtung Campillos fort, wo der Treffpunkt mit dem Bus vorgesehen war. Nach dem Verladen der Velos erfolgte die Rückfahrt nach Ronda, wo wir den Tag gemütlich ausklingen liessen.
Tag 3 – Veloetappe Ronda – Setenil – Olvera – Puerto Serrano
Am Morgen starteten wir direkt ab Ronda mit dem Velo in Richtung Setenil de las Bodegas. Der Ort beeindruckt durch seine einzigartige Felsenlandschaft, in die viele der weissen Häuser direkt hineingebaut sind, ein faszinierendes Zusammenspiel von Natur und Architektur.
Nach einer kurzen Besichtigung und einer Pause setzten wir unsere Fahrt fort. Die Strecke führte weiter nach Olvera, einem malerischen Städtchen, das auf einem Hügel thront und von weitem schon durch seine Kirche und das Kastell zu erkennen ist. Von hier aus bot sich eine wunderschöne Aussicht über die umliegende Landschaft.
Anschliessend ging es weiter nach Puerto Serrano, wo der Treffpunkt zum Veloverlad vorgesehen war. Nach dem Verladen der Velos erfolgte die Rückfahrt mit dem Bus.
Tag 4 – Von Ronda zu den weissen Dörfern Grazalema & Zahara
Der Tag beginnt in Ronda, noch bevor der Touristenstrom die Altstadt füllt. Wir rollen durch die stillen Strassen, vorbei an der Puente Nuevo, die im Morgenlicht fast goldfarben wirkt.
Der Anstieg beginnt schleichend, dann ernsthaft. Kurve um Kurve zieht sich die Strasse bergauf, hinein in die Sierra de Grazalema, eines der regenreichsten Gebiete Spaniens.
Je höher wir kommen, desto beeindruckender wird der Blick zurück über die Berge.
Im Dorf angekommen, gönnen wir uns eine Pause. Kopfsteinpflaster, enge Gassen, geraniengesäumte Balkone und strahlend weisse Fassaden.
Von Grazalema aus erwartet uns eine der schönsten Abfahrten Andalusiens. Der Blick öffnet sich bald auf den türkisfarbenen Stausee von Zahara, ein fast unwirklicher Anblick.
Der Fahrtwind ist kühl, die Kurven gleichmässig, das Gefühl: pure Freiheit.
Schon von weitem sieht man die Silhouette von Zahara, das sich an einen steilen Kalkfelsen schmiegt, überragt von einer alten maurischen Burg.
Dieser Tag war abwechslungsreich, anstrengend und wunderschön. Die weissen Dörfer haben ihren Ruf verdient: strahlend, lebendig, voller Charakter.
Tag 5 – Ausflug nach Sevilla
Heute gönnen wir unseren Velos eine Pause, stattdessen steht ein Tagesausflug in die majestätische Hauptstadt Andalusiens auf dem Programm. Pünktlich um 09:00 Uhr holt uns unser deutschsprachiger Reiseleiter ab. Die Fahrt führt durch die weite Ebene des Guadalquivir, Olivenhaine und flirrendes Licht begleiten uns in Richtung Sevilla.
Erster Halt: Der María-Luisa-Park In Sevilla angekommen, tauchen wir als Erstes in die grüne Oase des María-Luisa-Gartens ein. Palmen, schattige Alleen, plätschernde Brunnen,
Der Reiseleiter erzählt von den Weltausstellungen und den aufwendig angelegten Gärten, während wir zwischen Blumenbeeten und maurischer Architektur spazieren.
Plaza de España – Andalusien im Halbkreis
Gleich nebenan öffnet sich mit einem Mal einer der beeindruckendsten Plätze Spaniens - Plaza de España. Wir überqueren die kleinen Brücken, bestaunen die Kacheln und lassen uns die Geschichte des Platzes erklären.
Real Alcázar – Ein Palast aus 1.001 Nacht
Der Höhepunkt des Vormittags ist der Besuch im Real Alcázar, dem königlichen Palast. Filigrane Bögen, bunte Azulejos, arabische Inschriften, Gärten mit Palmen und Wasserspielen, der Ort scheint einem Märchen entnommen.
Weiter geht’s zu Die Kathedrale von Sevilla, innen empfängt uns ein Wald aus Säulen, goldene Altäre und das Grab von Christoph Kolumbus.
Rückfahrt am Abend wieder nach Ronda.
Tag 6 – Tag der Olivenbäume: Die Via Verde del Aceite & Weiterfahrt nach Granada
Heute steht ein besonderer Tag auf dem Programm: Wir wechseln das Hotel, verlassen die Region von Ronda und machen uns auf Richtung Granada.
Start in Lucena – Velos ausladen und los geht’s
Am Morgen bringt uns der Bus nach Lucena. Dort werden die Velos ausgeladen, und während wir unsere Taschen befestigen und die Bremsen prüfen, liegt schon Duft von Olivenbäumen in der Luft. Die Stimmung ist erwartungsvoll, die Vía Verde gilt als eine der schönsten Radstrecken Andalusiens.
Die Vía Verde del Aceite – Entspannt durch Olivenland
Gleich nach dem Start sind wir mittendrin in dieser stillen, grünen Welt: endlose Reihen von Olivenbäumen, sanfte Hügel, alte Eisenbahnviadukte und weite Ausblicke in die Landschaft.
Tag 7 – Von Guadix über die Bodega Muñana nach Granada
Der siebte Reisetag begann in Guadix, einer Stadt, die besonders durch ihre traditionellen Höhlenhäuser geprägt ist. Am Morgen besuchten wir das charakteristische Höhlenviertel, in dem weiss gekalkte Schornsteine aus den rötlichen Hügeln ragen und die in den Fels gebauten Wohnräume ein eindrucksvolles Bild abgeben. Die ruhige Atmosphäre und die besondere Architektur vermittelten einen faszinierenden Einblick in das alltägliche Leben dieser Region.
Nach dem Rundgang durch das Höhlenviertel starteten wir unsere Weiterfahrt: Ab Guadix fuhren wir mit dem Velo los. Die Route führte zunächst durch das weite Altiplano, eine offene, leicht hügelige Landschaft mit warmen Farbtönen und klarer Sicht bis zum Horizont. Mit zunehmender Nähe zur Sierra de Baza veränderte sich das Landschaftsbild; erste Weinreben tauchten auf – ein Hinweis darauf, dass wir uns der Bodega Muñana näherten.
Fahrt zur Bodega Muñana
Der Anstieg über das trockene, beinahe wüstenähnliche Hochplateau forderte uns, belohnte aber mit eindrucksvollen Ausblicken. Nach einigen Kilometern erreichten wir die Bodega Muñana, eine der höchstgelegenen Weinkellereien Europas. Die Lage inmitten der stillen, kargen Landschaft machte den Besuch zu einem besonderen Erlebnis.
Weiterfahrt Richtung Granada
Nach der Pause in der Bodega setzten wir unsere Fahrt in Richtung Granada fort. Die Strecke führte durch sanfte Hügel und kleine Dörfer, die eine typisch andalusische Gelassenheit ausstrahlen. Mit jedem Kilometer rückten die Berge der Sierra Nevada näher, während die Landschaft immer grüner wurde.
Ankunft im Hotel Saray
Am Nachmittag erreichten wir das Hotel Saray, eine elegante Unterkunft im modernen, maurisch inspirierten Stil, nur wenige Gehminuten vom Park und dem Kongresszentrum entfernt. Nach dem Abstellen der Velos blieb Zeit, die Eindrücke der abwechslungsreichen Etappe wirken zu lassen und den Abend entspannt ausklingen zu lassen.
Tag 8 – Alhambra und Rückflug von Málaga
Nach dem Frühstück checkten wir im Hotel Saray aus und machten uns mit dem Bus auf den Weg zur Alhambra. Bereits während der Auffahrt öffnete sich der Blick auf die mächtigen Mauern und zierlichen Türme der weltberühmten Palastanlage – ein Vorgeschmack auf das, was uns erwartete.
Besuch der Alhambra
Beim Betreten der Anlage war es, als würden wir um mehrere Jahrhunderte in die Vergangenheit eintreten. Die Alhambra, ein Meisterwerk maurischer Baukunst, erzählt auf einzigartige Weise die bewegte Geschichte Andalusiens, in der christliche, jüdische und islamische Kultur über Jahrhunderte miteinander verflochten waren.
Die kunstvoll gestalteten Innenhöfe, filigranen Stuckarbeiten und ruhigen Wasserläufe vermittelten ein eindrucksvolles Bild der einstigen Palaststadt. Besonders die Nasridenpaläste und der Löwenhof beeindruckten mit ihrer Perfektion, Harmonie und dem raffinierten Zusammenspiel von Licht, Schatten und Geometrie. Jeder Schritt durch die Räume liess die Grösse und Sensibilität dieser Epoche spürbar werden.
Weiterreise nach Málaga
Nach diesem intensiven kulturellen Erlebnis machten wir uns auf den Weg nach Málaga. Während der Fahrt sanken die Eindrücke der Alhambra langsam ein, ein würdiger Abschluss unserer Reise durch Andalusien.
Am Flughafen angekommen, gaben wir unser Gepäck auf und traten schliesslich den Rückflug an, erfüllt von vielen unvergesslichen Momenten und beeindruckenden kulturellen Begegnungen.
Fazit – Andalusien & die Weissen Dörfer mit dem Velo
Die Veloreise durch Andalusien und seine Weissen Dörfer erwies sich als ein eindrucksvolles Erlebnis voller landschaftlicher Vielfalt und kultureller Tiefe.
Diese Reise war nicht nur sportlich bereichernd, sondern auch ein tiefgehender Einblick in die Seele Südspaniens, geprägt von Tradition, beeindruckender Architektur und einer Landschaft, die jeden Kilometer lohnenswert macht. Andalusien mit dem Velo zu entdecken, bleibt ein unvergessliches Erlebnis, das Lust auf mehr macht.