Ostfriesland - "Rad up Pad"

Da ich ein absolutes Nordlicht bin und ich nicht gerne zu warme Temperaturen habe, zog es uns letzten Sommer an die Nordsee. Genauer gesagt nach Ostfriesland. Während einer Woche erkundeten wir "Rad up Pad" – was auf Plattdeutsch so viel heisst wie Rad auf dem Weg – das wunderschöne Ostfriesland.

Eigentlich wollten wir ja mit dem Nachtzug nach Hamburg und dann weiter mit dem Regionalzug nach Emden reisen. Leider machte uns da aber der Streckenunterbruch in Rastatt einen Strich durch die Rechnung. So sattelten wir kurzerhand auf das Auto um – einmal durch Deutschland mit einem kurzen Zwischenstopp in Koblenz. Endlich in Emden angekommen, genossen wir erst einmal den Abend in der Stadt, für viel mehr reichte es an diesem Tag leider nicht mehr.

Am nächsten Morgen hiess es dann schon Koffer packen und Fahrrad satteln. Das Fahrrad hatten wir vor Ort gemietet und der Transport unseres Gepäcks war ebenfalls organisiert. Der erste Teil der Route führte uns zuerst durch Emden raus aufs Land. Unterwegs machten wir selbstverständlich einen Stopp bei Ottos Leuchtturm (Pilsumer Leuchtturm) unserem Ideengeber für die Reise. Im Leuchtturm befindet sich sogar ein kleines Standesamt :-).

Anschliessend ging es, vorbei an Schafherden, weiter bis ins herzige Hafenstädtchen Greetsiel. Hier fühlten wir uns von Anfang an puddelwohl. Die Altstadt lockt mit kleinen Souvenirläden und diversen Restaurants. Während dem Tag tummeln sich noch die Tagestouristen im Städtchen, während man am Abend den lauen Sommerabend in einem der zahlreichen Restaurants zu guter Musik geniessen kann.

Auf jeden Fall empfehlen kann ich Ihnen das Hotel Hohes Haus**** - das Hotel hat eine lange Geschichte. Es ist direkt in der Altstadt gelegen und bietet, neben dem tollen Restaurant, auch wunderschöne Zimmer mit viel Charme.

Am nächsten Morgen mussten wir uns leider schon wieder vom Städtchen verabschieden. Weiter ging es, vorbei an den Zwillingsmühlen von Greetsiel, in Richtung Norden. Das Wetter war auch an diesem Tag grandios. Zu blauem Himmel, Sonnenschein und angenehmen Temperaturen fuhren wir also durch kleine Dörfer und entlang des Deiches in Richtung der Stadt Norden. Weil das Wetter so schön war, kürzten wir die Tour einfach ein bisschen ab. Statt direkt zum Hotel fuhren wir dann nach Norddeich, wo wir uns für den Nachmittag einen Strandkorb mieteten. Nordsee-Feeling pur. Auf dem Weg zum Hotel machten wir noch einen kurzen Besuch in der Seehundstation – ein tolles Erlebnis.

Erholt und gestärkt vom Frühstück ging es am nächsten Morgen weiter in Richtung der Stadt Aurich. Die Stadt ist doch etwas grösser als Greetsiel und Norden hat aber ebenfalls eine sehenswerte Altstadt und tolle Restaurants und Cafés :-). Den Abend liessen wir gemütlich in einem Gartenrestaurant ausklingen.

Und schon stand der letzte Tag der Fahrradtour an – der erste Tag an dem es der Wettergott nicht so gut mit uns meinte – wir montierten unsere Regenkleider. Raus aus Aurich ging es, entlang eines Kanals, wieder zurück in Richtung Emden. Trotz des Wetters eine wunderschöne Fahrt durch die Natur.

In Emden angekommen hiess es zuerst Fahrräder zurück bringen. Am Nachmittag hatten wir dann sogar noch Zeit das Städtchen zu erkunden und auch zu einem Besuch im "Otto Huus" reichte es noch. Wenn Sie den Komiker Otto mögen und auch seine Filme kennen, dürfen Sie sich dies auf keinen Fall entgehen lassen!

Mein Tipp: nehmen Sie sich für Ostfriesland ein bis zwei Wochen Zeit und bauen Sie dafür noch die ostfriesischen Inseln ein.

Mein Fazit der Reise: Ein wunderschönes Erlebnis, Natur pur, tolles Wetter, leckeres Essen und insgesamt eine unvergessliche Reise.

Ursina Kuhn – August/September 2017

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