Namibia

Alle schwärmten von Namibia, nur ich selbst konnte es mir nicht so sehr vorstellen, was mich Alles erwartet.

Die «Heinitzburg, unsere erste Unterkunft, liegt auf dem Luxushügel von Windhoek. Der Einfluss der deutschen Sprache und Kultur ist auf Grund der kolonialen Vergangenheit in Windhoek in vielen Bereichen sichtbar. Am nächsten Morgen fuhren wir früh los Richtung Süden. Die Route führte uns durch farbenprächtige Landschaften in die Namib Wüste. Wir genossen die einmalige und szenenreiche Landschaft sehr.

Just auf den Sonnenuntergang, welcher in Namibia bereits um 16.30h war, trafen wir in der Kulala Desert Lodge ein und waren schlicht und einfach überwältigt. Die Lodge hat eine fantastische Aussicht von der Terrasse, wo man sich versammelt, Gespräche pflegt und später das feine Abendessen geniesst. Kulala liegt im Herzen der Namib Wüste und grenzt an den Namib Naukluft Park. Die Lodge eignet sich besonders für Selbstfahrer. Ein solider 4x4 ist ein Muss! Die zweite Nachte verbrachten wir auf dem Dach unserer Lodge unter dem freien Sternenhimmel, bis mich um 2 Uhr der Mond stark anleuchtete und ich fröstelnd in unser Zimmer unter die warme Bettdecke kroch.

Die Sossusvlei, Namibias landschaftlichtes Highlight inmitten der Namib Wüste, ist eine von mächtigen Sanddünen umschlossene Lehmsenke. Die Dünen erreichen teilweise Höhen von 300 m und gehören damit zu den höchsten der Welt. Beim Sossusvlei gibt es hauptsächlich Sterndünen, welche bis zu 25 km lang werden.

Der Wind lagert den Sand der Wanderdünen und unablässig um. Auf dem flachen Luvhang treibt er die Sandkörner aufwärts bis zum Dünenkamm. Ein fantastisches Bild. Dort fallen Sie im Windschatten frei herunter. Der Leehang ist darum stets erheblich steiler als der Luvhang.

Der Name Sossus stammt aus der Nama Sprache und bedeutet Wasser-Sammelplatz. Das Wort vlei bedeutet: es ist eine Senke, die nur Wasser hat, wenn es regnet. Das Gebiet ist ein einziges Märchen aus Sand, soweit das Auge reicht. Die Farbschattierungen variieren von blass gelb bis hin zu leuchtenden Rot- und Orangetönen. Oryxantilopen, Springböcke und Strausse ziehen das ganze Jahr über die Senke. Sie ernähren sich in der Trockenzeit von der entlang den spärliche Rinnsalen wachsenden Vegetation.

Am nächsten Tag unternahmen wir eine 7-stündige Etappe nach Walvis Bay. Nach ca. 85 km auf der Schotterpiste liegt Solitaire, ein kleines Wüstennest, welches von vielen Reisenden als Kaffeepause und Tankstopp genutzt wird. Solitaire ist auch bekannt für seine Autowracks.

Gegen Abend trafen wir im Oysterbox Guesthouse in Walvis Bay ein. Ein starker Wind und eine regnerische Nacht zogen auf, welche sich jedoch am nächsten Morgen verzogen und der Sonne wieder Platz liessen.

Auf den grossen Salzfeldern von Walvis Bay wird Meersalz gewonnen. Die riesige, natürliche Lagune beheimatet viele Seevögel, wie Kormorane, Flamingos und Pelikane.

Walvis Bay war der Ausgangspunkt zu unserer 3-tägigen Wüstentour mit unserem Toyota 4x4. Nach einem mehrstündigen Fahrtraining wurden wir bald ins kalte Wasser geworfen und mussten bereits sehr früh beim Bezwingen einer hohen Düne unsere Fahrkünste unter Beweis stellen. Nervenkitzel pur und das Adrenalin floss in Strömen! Wieder rechtzeitig auf den Sonnenuntergang erreichten wir unseren Platz und richteten unsere Zelt auf. Unsere Guides zauberten ein feines Essen herbei und wir sassen gemütlich ums Feuer unter dem Sternenhimmel. Am nächsten Morgen brachen wir unser Nachtlager ab und konnten uns nochmals auf den Sandpisten messen. Wir hatten viel Spass dabei, waren wir doch untereinander in unseren Fahrzeugen per Funk verbunden.

Nach der Wüstentour logierten wir in Swakopmund im Hotel Strand - eine super Adresse! Wir genossen eine ausgiebige Dusche und eine weiche Bettdecke.

Der letzte Tag führte uns ins Erongo Gebirge. Diese Gegend ist reich an Bodenschätzen wie schwarzer Marmor, Diamanten, Mineralien sowie Uran und Zink, um nur ein paar zu nennen.

Die Erongo Wilderness Lodge ist einfach ein Traum in der freien Natur. Der etwas längere Anfahrtsweg lohnt sich auch hier definitiv. Am Abend unternahmen wir eine geführte Wanderung und genossen den Sundowner vom nahe gelegenen Granitfels.

Es war eine eindrückliche, unvergessliche Reise!


Susanne Hutmacher – Juni 2017

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